„Licence to thrill“

Tiefschwarze Nacht im Forum, dann betritt ein Filmproduzent in Unruhe sein Büro: Keine Idee für den nächsten Film, doch glücklicherweise rückt seine Assistentin mit höchst unterschiedlichen Vorschlägen für ihren ungeduldigen, schwer zufriedenzustellenden Chef an.

Die erste Idee: Eine Phantasy-Geschichte mit einem Monster, das leidet, weil es in seiner Höhle ständig durch Gestalten gestört wird, die sich aufgrund der defekten Navigationsgeräte ihrer Zauberbesen verfliegen und so rumpelt beispielsweise Harry Potter ungebetenerweise in sein Heim. Nicht einmal Eingaben bei der Gemeinde haben dazu geführt, dass entsprechende Verbotsschilder aufgestellt wurden. Aber zum Glück gibt es eine wehrhafte Drachentochter, die Höhle und Feuer gegen eine schwer bewaffnete, aber auch – wie glaubwürdig? versichert wird – in asiatischer Kampfkunst bewanderte Elfe zu verteidigen weiß.

Das nächste Projekt, für das die Assistentin ihren Chef gewinnen möchte: eine Action-Komödie. Zu der Musik von James Bond turnt spektakulär nicht der Retter der westlichen Welt eine Leiter herunter, sondern ein Bösewicht, der mit seinem Partner, der nur unter Mühen den Bodyguard ausschalten kann, eine orientalische Schönheit entführt, allerdings so tollpatschig, dass man nicht an einen Erfolg dieses Unternehmens glauben mag…

Der dritte Versuch der Assistentin: ein Horrorfilm, was vom Produzenten jedoch sofort vom Tisch gewischt wird, denn: „Horror haben wir schon genug.“

Der vierte Vorschlag: „Death Note“. Der Manga wird kurzerhand ans Oldenburg-Kolleg verlegt, wo zwei junge Männer beschließen, das Buch seine magischen Kräfte entfalten zu lassen. Für den einen eine großartige Möglichkeit, seine persönliche Vorstellung von Gerechtigkeit walten zu lassen, für den anderen hingegen zu große Macht und damit zu große Verantwortung…

Die Assistentin kann noch eine letzte, cineastisch anspruchsvolle Idee anbieten: Schwarz-Weiß-Film! Allerdings begeistert sich der Produzenz vor allem für die Handlung: Begabte Pianistin verfällt einem teuflischen Liebhaber, was überwiegend als Schattenriss dargestellt wird. „Fifty Schades oft Grey“ lassen grüßen und der Produzent ist endlich zufrieden: Sex sells, keine neue, wohl aber eine wahre Erkenntnis… Und jetzt? Ins Kino?

Herzlichen Dank an den Kurs Darstellendes Spiel – an die Darstellerinnen und Darsteller sowie an die ‚Technik‘ – für eine vergnügliche Aufführung unter der Leitung von Monika Frenking.

Hm