„Der Pakt“

Ähnlichkeiten mit Goethes „Faust“ waren natürlich nicht rein zufällig, sondern beabsichtigt.

Also: Ein von den ständigen Gebeten der Menschen genervter Gott gerät eher zufällig in einen Pakt, als er wegen administrativer Nachfragen in Sachen Seelenverwaltung mit seinem alten Bekannten Luzifer ein Gespräch führt. Es geht um die Schülerin Maxime – einerseits mit einem Hang zu exzessiver Freizeitgestaltung, andererseits mit wenig Hoffnung, die bevorstehenden Abiturprüfungen erfolgreich zu bewältigen. Zudem ist sie beständigen Anfeindungen und Beleidigungen ihrer Mitschülerin Céline ausgesetzt, die jede Gelegenheit wahrnimmt, sich über ihre „Dummheit“ lustig zu machen.

Wer wird es schaffen, Maximes Seele für sich zu gewinnen?

Luzifer hat einen in der Tat teuflischen Plan. Er stiehlt sich in Maximes Zimmer und bietet ihr in der Manier eines aalglatten Versicherungsvertreters einen Handel an: ein Abiturzeugnis gegen eine menschliche Seele! Der Handel präsentiert sich Maxime als eine Win-win-Situation, hat sie doch sofort Céline im Sinn, um die es ihrer Meinung nach nicht schade wäre.

Aber wie von Zauberhand – eindrucksvoll inszeniert durch den Einsatz eines Stroboskops – gibt es auf einmal eine ganz neue Céline: mitfühlend und unterstützend wird sie zu Maximes guter Freundin, die sie ‚wunderbarerweise‘ zu außerordentlichen schulischen Leistungen führt.

Und tatsächlich! Maximes Noten verbessern sich schlagartig, sie glänzt in den Prüfungen und ist überglücklich, bis sich der Teufel wieder bei ihr meldet, um seinen Teil einzufordern. Das bringt sie in ungeahnte Gewissenskonflikte, sieht sie sich doch nicht in der Lage, ihren ursprünglichen Plan umzusetzen und ausgerechnet ihre Gefährtin Céline zu opfern. Lieber gibt sie sich selber den Tod.

Also werden am Ende allen erfolgreichen Schülerinnen feierlich die Abiturzeugnisse überreicht, allein Maxime fehlt. Aus dem Off hört man ihren Abschiedsbrief, für den Céline so gar kein Interesse hat, denn der Teufel hat sie längst zu ihrem alten Ich zurückgeführt.

Am Ende geht also der perfide Plan des nun triumphierenden Teufels auf, der die leblose Maxime an ihren neuen „Wohnort“ zerrt, einen machtlosen Gott zurücklassend…

Durch den Einsatz zahlreicher technischer Mittel wie z.B. das schon erwähnte Stroboskop, Flammen und allerlei akustische Effekte wurde die Handlung eindrucksvoll unterstützt.

Vielen Dank an das engagierte Ensemble (DarstellerInnen und Technik) unter der Leitung von Monika Frenking, für ein unterhaltsames, aber auch nachdenklich stimmendes Theaterstück zum Schuljahresausklang.

Hm

 

Fotos: Keno Rätzke