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Zoom in die Kultur – KollegiatInnen interviewen Verantwortliche im Oldenburger Kulturbereich

Die Interviewteilnehmer

Unser Anliegen

In unserem Seminarfach „Kultur in Krisenzeiten“ haben wir uns mit den Auswirkungen des Coronavirus auf die Kulturszene in Oldenburg beschäftigt. Um einen aktuellen Einblick zu bekommen, haben wir die Leiterin des Kulturamtes Oldenburg, Paula von Sydow, und die Leiterin des museumspädagogischen Dienstes, Sandrine Teuber, befragt, aufgrund der derzeitigen Umstände leider nur per Videocall.

Der Seminarfachkurs Sf25, Q3

Was haben wir erfahren?

Trotz des Kummers, nicht auftreten zu können, steht für die Kulturschaffenden in Oldenburg „nicht zur Debatte, nichts zu tun“.

Die Kulturhäuser seien einsam geworden, aber die Kulturschaffenden verbinde ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl.

Es böten sich neue Chancen und eine gewisse Kreativität werde hervorgerufen. Zum Beispiel entstünden viele neue Formate und größere Bandbreiten, die alte und beeinträchtigte Menschen mit einschlössen, aber auch das Ziel hätten, den Altersunterschied der Besucher auszugleichen.

Die Moderatorinnen

Analoge Kunst ruft andere Magie hervor

Digitalisierung ist in der Kunstszene sei nicht immer machbar und auch nicht gewollt, da sonst vieles verloren gehe, wie zum Beispiel die Größeneinordnung, die Struktur- oder die Farberfassung von Kunstgegenständen.

Hinter den Kulissen

Was haben wir mitgenommen?

Die Kulturschaffenden fühlen sich zur Zeit „wie Sprinter in der Startposition, die darauf warten, dass es losgeht“. Diese dauerhafte Anspannung kennzeichnet im Moment die Kulturszene, da in diesem Jahr viel Organisation, Umrüstungen und Spontanität gefragt waren.

Von dem Gespräch mit Frau von Sydow und Frau Teuber haben allerdings nicht nur wir profitiert. In der abschließenden Diskussionsrunde haben wir einige Tipps geben können, damit auch jüngere Menschen mehr für die Kulturszene in Oldenburg begeistert werden. Diese Vorschläge wurden mit Freude angenommen.

Frau von Sydow beendet das Interview mit dem Statement: „Man lernt vieles zu schätzen, was man hat und jetzt anders wahrnimmt“ – und das können wohl alle bestätigen.

Nele Neptun (Q3)

Die „Wilde Bühne” aus Bremen zu Gast am Oldenburg-Kolleg

Interaktives Theaterstück „Dein Spiel am Limit“ zu den Themen Risiko und Grenzerfahrung

Die „Wilde Bühne“, ein Ensemble aus Bremen, das sich schwerpunktmäßig mit den Themen Sucht- und Gewaltprävention befasst, möchte mit den Mitteln des Theaters insbesondere jungen Menschen bei der Bewältigung von Krisen helfen, indem Probleme angesprochen werden, die in jedem Leben vorkommen können.

Bei der Aufführung im Kolleg am 07.09.2020 wurden verschiedene Situationen inszeniert, die zeigten, wie leicht es sein kann, in Abhängigkeiten zu geraten, aus denen man sich nicht mehr alleine befreien kann: Drogen- sowie Spielsucht und häusliche Gewalt stellten dabei Ausgangspunkte dar, die von den Mitgliedern der „Wilden Bühne“ ausgestaltet wurden. Anschließend war das Publikum gefordert, sich aktiv am Fortgang der Handlung zu beteiligen – und die Kollegiatinnen und Kollegiaten ließen sich nicht lange bitten und entwickelten im improvisierten Spiel gemeinsam Auswege.

Als besonders beeindruckend erwies sich die „Abschlussrunde“, in der die Schauspieler und Schauspielerinnen über ihre eigenen Erfahrungen mit Süchten, aber auch von ihrem suchtfreien Leben berichteten und dabei erzählten, wie sehr ihnen das Theaterprojekt „Wilde Bühne“ geholfen habe, sich aus Abhängigkeiten zu befreien.

Am Anschluss wurde die Gelegenheit zum Gespräch mit den Mitgliedern der „Wilden Bühne“ angeboten, die gut genutzt wurde.

(Hm)

Herzlich Willkommen am Oldenburg-Kolleg

Am Donnerstag wurden 105 neue Kollegiatinnen und Kollegiaten am Oldenburg-Kolleg begrüßt. Aufgrund der noch anhaltenden Corona-Hygienemaßnahmen musste die sonst im Forum stattfindende Veranstaltung auf einzelne Klassenräume verlegt werden. Durch die tatkräftige Unterstützung der E-Phasen-Klassenlehrerinnen und -lehrer tat diese Einschränkung dem Rahmenprogramm jedoch keinen Abbruch, sodass alle neuen Kollgiatinnen und Kollegiaten gut aufgehoben in ihr Schuljahr starten konnten. 

 

I’m happy, you‘re happy, God is happy!

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurden am vergangenen Freitag 27 Abiturientinnen und Abiturienten des Oldenburg-Kollegs in einen neuen Lebensabschnitt verabschiedet. In seiner Rede hob Herr Diemer zunächst hervor, dass trotz aller Widrigkeiten, die das Abitur 2020 mit sich brachte, alle Prüflinge die Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt hätten. Mit einem Zitat aus dem Buch „Ein deutsches Klassenzimmer“ des ehemaligen Kollgiaten Jan Kammann – „I’m happy, you’re happy, God is happy“ – wünschte er den Absolventinnen und Absolventen für ihren weiteren Lebensweg die Fähigkeit, regelmäßig inne zu halten und das eigene Leben mit Abstand zu betrachten, um Entscheidungen treffen zu können, die nachhaltig glücklich machen. Mit einem Medley bekannter 80er-Jahre-Songs unterhielt im Anschluss der Kollegiat Jannik Heuser am Klavier das Publikum. Zum Abschluss erfolgte die Ausgabe der Abiturzeugnisse. In diesem Zusammenhang wurden Leonie Grap und Luca Echterling als Jahrgangsbeste geehrt, außerdem erhielten Luca Echterling und Jens Scherf Auszeichnungen für besondere Leistungen in den Fächern Chemie beziehungsweise Mathematik. Sascha Fischer wurde für sein Engagement im Kollegrat gewürdigt.

Das Oldenburg-Kolleg wünscht allen Absolventinnen und Absolventen für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg! 

 

Freie Schulplätze zum Schuljahr 2020/21

Zum kommenden Schuljahr 2020/21 hat das Oldenburg-Kolleg noch Schulplätze frei. Weitere Informationen gibt es auf unserer Homepage sowie unter unserer Telefonnummer 0441 – 40896-0.

Unser nächster individueller Beratungs- und Informationsabend für Neueinsteiger*innen findet am Montag, 13. Juli, 18:30 Uhr statt.

Obstbäume schneiden auf der Streuobstwiese

Unser erster Gartenkurstermin dieses Halbjahr sah nicht gerade verlockend aus, grauer Himmel und Regen erwarteten uns.

Aber das hielt den Kurs nicht davon ab, sich zu treffen. Hinzu kam, dass wir einen Referenten des NABU zu Gast hatten, der uns erklärte, zu welchem Zweck und auf welche Art man Obstbäume schneidet. Als zusätzliche Gäste hatten wir noch Herrn Dr. Hustede und Frau von Aschwege im Kurs. Beide wollten sich ebenfalls informieren, wie sie ihre Bäume im eigenen Garten richtig schneiden können.

Der Referent, Christian Sievers, hat zu Anfang erst einmal über heimische Obst(baum)sorten referiert. Apfel und Birne z. B. seien Kernobst; Pflaume, Kirsche, Eberesche und Mispel Steinobst-Sorten und zum Beerenobst würden u. a. Johannisbeere, Brombeere und die Himbeere gehören.

Daraufhin hat er erklärt, was es alles für bestimmte Schnitte bei Obstbäumen gibt, z. B. die Spitzenförderung, bei der die längste Spitze gefördert wird und die Seitentriebe zurückgeschnitten werden, die Oberseitenförderung (Abb.), bei der die Triebe, die nach unten wachsen, entfernt werden, den Verjüngungsschnitt, bei dem die Triebe um 1/3 des letztjährigen Wuchses gekürzt werden und die Scheitelpunktförderung. Hier wird der Ast nach unten gebunden und beim Dehnungspunkt kommt ein neuer Trieb.

Grundsätzlich gilt, dass die Triebe, die in den Baum hineinwachsen, geschnitten werden müssen, da der Trieb sonst Platz und Licht für das Obst wegnimmt. Es hat sich eine Pyramidenkrone (Abb.) bewährt, ein Mitteltrieb mit 3 Leittrieben. Auch wurde uns gezeigt, wie ein Ast nicht abgeschnitten werden soll, ein „Huthaken“ soll nicht stehen bleiben, sondern soll möglichst nah am Ast abgeschnitten werden, ohne ihn zu verletzen (Abb.).

Nachdem wir, mit einer kleinen Kaffeepause zwischendurch, viel Theorie gehört hatten, ging es dann regengeschützt mit Gummistiefeln und Regenjacken auf unsere Streuobstwiese. Dort stehen Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume. Hier konnten wir das Erlernte gleich in die Praxis umsetzen. Verteilt in Dreiergruppen, mit Leitern und Gartenscheren ausgestattet, haben wir die Bäume mit Hilfe von Christian Sievers zurechtgeschnitten. Der Regen hatte zum Glück nachgelassen, sodass wir uns entspannt an die Arbeit machen konnten.

Silvia Cassens

Wiederaufnahme des Unterrichts

Jahrgang 13 / Q4
   
27.04.  –  08.05.2020    prüfungsrelevanter Präsenzunterricht  
11.05.2020  Beginn der schriftlichen Abiturprüfungen  
Jahrgang 12 /  Q2
   
22.04. – 08.05.2020 online-gestütztes Lernen zu Hause  
ab 11.05.2020   Präsenzunterricht  
E-Phase
   
ab 22.04.2020 online-gestütztes Lernen zu Hause  
Ende Mai / Anfang Juni Präsenzunterricht  
Vorkurs
   
ab 27.04.2020 Präsenzunterricht  

Näheres (z.B. Raumpläne) bei IServ.

Das Sekretariat ist jeweils von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr telefonisch oder per Mail zu erreichen.

 

Aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

So lautet der eher unspektakuläre Titel der Aufführung des Kurses Darstellendes Spiel (Q2), die erstmalig unter der Federführung eines ehemaligen Kollegiaten, Patrick Gehlenborg, lag. Der Abiturient des Jahrgangs 2011, inzwischen Student der Anglistik und Theaterwissenschaften an der Universität Bochum, ist selber betroffen – er sitzt in einem Elektrorollstuhl -, jetzt gestaltete er mit dieser Inszenierung einen Teil seines Bachelor-Examens. Patrick Gehlenborg stellte in einer lockeren Szenenfolge Erfahrungen seines Alltags dar, die er genauso oder so ähnlich am eigenen Leib erlebt hat. Und so treten auf: ein Assistent, der beim Vorstellungsgespräch aus allen Wolken fällt, weil er erfährt, dass die Unterstützung eines körperlich eingeschränkten Menschen tatsächlich Arbeit bedeutet; ein Ergotherapeut, der dem Studierenden einen Therapieball „erklärt“ und ihn dabei wie ein Kleinkind behandelt, dem ein Spielzeug hingehalten wird; ein vegan lebender Assistent, der ihm nur widerwillig und unter Anwenden „magischer“ Rituale eine Wurst auspackt; eine esoterische Assistentin, die sich weigert, eine Mikrowelle zu benutzen, und deshalb versucht, ein Körnerkissen durch rasches Schwingen zu erwärmen; die Besitzerin einer angeblich barrierefreien Pension in Bayern, die dem Rollstuhlfahrer gut zuredet, weil sie glaubt, dass ihm das Trinken eines „Schnapserls“ schon helfen werde, eine Treppe hinaufzugehen, bis hin zu einer Urlauberin, die ihn ohne Bösartigkeit am Strand fragt, ob „es“ auch denken könne…

Sowohl der Textvorlage als auch der Inszenierung gelingt die Gratwanderung, Staunen und Betroffenheit zu erzeugen, ohne ins Larmoyante zu verfallen, wenn hier die alltäglichen Kämpfe eines Rollstuhlfahrers gezeigt werden, der auf die Hilfe anderer angewiesen ist, aber auf unglaubliche Ignoranz und Arroganz stößt.

Eine Aufführung, die den Nerv der Kollegiaten*innen traf und niemanden unberührt ließ, was die regen Diskussionen im Anschluss zeigten! An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Zuschauer*innen auch der Leistung dieses jungen Mannes, der das Abitur trotz aller Hindernisse ‚gepackt‘ hat, ihren Respekt zollten.

Vielen Dank an Patrick Gehlenborg und an den Kurs von Frau Frenking!

Hm