Fünf Tage in Berlin – schön war`s

Berlin_2013

Als letztendlich feststand: Wir fahren nach Berlin, fiel uns allen ein Stein vom Herzen. Montagmorgen um 7:45 Uhr am Oldenburger Bahnhof ging es los Richtung Hauptstadt. Der Titel „Du bist so wunderbar, Berlin“ bestätigte sich schon bei der Ankunft.
Im First Floor Hostel am Ostkreuz in Friedrichshain untergebracht, verstauten wir kurz unsere Sachen, um dann ins Zentrum zur Science Gallery des Max-Planck-Instituts zu fahren. Alles über das Gehirn, in Farben und mit verständlicher Führung. Noch schnell ins LED-Flimmerlicht gesetzt, wo man nach kurzer Zeit tolle Formen sah, die einem das Gehirn bei geschlossenen Augen inszenierte. Abends gingen wir rüber, mit allen zwölf Leuten. Bei Cocktails brach das Eis. Dienstagmorgen dann früh hoch zur mathematischen Stadtführung. Euler, Gauß und Co. waren in Berlin. Danach mussten wir alle ins Gefängnis. Na das war ja klar. Eine Besichtigung in Hohenschönhausen, dem alten Stasigefängnis, inklusive Workshop, stand an. Am Mittwoch holten wir uns einen Uni-Vorgeschmack an der TU in Berlin. Erst hatten wir einen Workshop mit einer Gruppe Schüler einer gymnasialen Oberstufe über Stochastik. Danach besuchten wir das 3D-Labor. Dort wurde es interessant: 3D-Scannen, kein Problem. 3D-Druck, ebenfalls. Der 3D-Drucker kann Dinge Schicht für Schicht aufbauen. Zu guter Letzt sahen wir das bessere 3D-Kino. Zwischen 3 Leinwänden, mit Brille und Joystick bewegten wir uns im Raum. Schließlich waren wir in unserem Parlament (Reichstag), um mal genau die Arbeit unserer Vertreter unter die Lupe zu nehmen. Auf den Besucherplätzen durften wir die allgemeine Fragestunde mit ansehen. Herr Ströbele gefiel uns am Besten. Wir haben gelernt, viel zu reden und zugleich nichts zu sagen. Hinterher waren zwei Mitarbeiter des Teams von Herrn Kossendey aus dem Verteidigungsministerium für uns da. Der Herr Kommandeur, der die Drohnen schätzt, gefiel nicht allen. Dennoch war dies ein interessantes Treffen mit wirklichen Informationen. Dann erzählte uns eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, wie sie dorthin gekommen ist und etwas über ihre Arbeit. Ihre Augenringe verrieten zumindest: stressig. Jedoch: ein vielfältiger Job, der in der Themenauswahl so umfangreich ist, wie kaum ein anderer. Dann kam die große Sause! Erst auf einem Fahrrad für 8 zur Schönhauser Allee. Danach Döner, dann auf die tollste und höchste Beach-Bar der Stadt – schöner Ausblick. Nachts waren wir im Tresor, einem angesagten Techno-Klub Berlins. Ist man drin, fällt einem erst ein Ego-Shooter-Horror-Spiel ein. Dunkle Gänge, vergilbte Wände, flackerndes und rotes Licht, Gitter, Rohre, transsexuelle DJs, multikulturelle, vielsprachige Gäste waren die Auffälligkeiten. Ach da war noch was: harter, guter Techno und nebenan etwas minimale Musik. Am Donnerstag hatten wir morgens eine Führung durch das Holocaust-Mahnmal mit anschließendem Besuch des Museums darunter. Kontrovers waren unsere Meinungen über die Gestaltung. Im Anschluss endlich mal drei Stunden frei – tagsüber. Mit frischen Subway Baguettes ging es in den Tiergarten. Schlafen – Sonnenbrand – Frisbee. Um 4 Uhr begann eine Führung in der Ausstellung „Topografie des Terrors“. Der Herr, der uns führte, beeindruckte mit Wissen und Eloquenz. Man hätte noch viel länger zuhören können. Es ging um das Jahr 1933. Ein ereignisreiches Jahr, welches grausame Folgen hatte. Trotz wenig Schlafes war es ein guter Tag. Abends gingen alle ihrer Wege. Martin und Jascha in die erste E-Sports Bar Deutschlands. Live Computerspiele mit Kommentator.
Der letzte Tag stand an. Wir konnten ausschlafen. Um zwölf dann ging es zur Gedenkstätte Mauerpark. Auch dies war sehr interessant und informativ. Der Bau der Mauer war ein starker Einschnitt in die Geschichte unseres Landes und die Geschichte Berlins. Ein Stück der echten Mauer steht dort noch. Viele berühmte Bilder waren zu sehen, und ein nachgestellter Todesstreifen mit Postenturm ist durch Mauerschlitze zu besichtigen. Klick – da hatten wir nun endlich das Gruppenfoto. Nach langem Aufschieben war es uns vor der Mauer doch noch gelungen. Kentucky Fried Chicken: Da sagte Johannes nicht „Nein, danke.“ Abfahrt inklusive Kartons gefüllt mit Hähnchenbeinen ins schöne Oldenburg.
Berlin ist eine tolle Hauptstadt!

Arne Kimme